Ágnes Lörincz
MODERN LIFE

Galerie Funke
02. März – 06. April 2013

Eröffnung: Freitag, 01. März 2013, ab 19 Uhr

Öffnungszeiten: Mi 12-17 Uhr, Do-Fr 12-18 Uhr, Sa 12-15 Uhr
und nach Vereinbarung

al1

© Ágnes Lörincz, Am Meer, 2010, Öl und Stoff auf Leinwand, 135 x 185 cm

Die Galerie Funke ist stolz, unter dem Titel Modern Life die erste Einzelausstellung mit Gemälden und Zeichnungen von Ágnes Lörincz in einer Berliner Galerie zu präsentieren.
Die 1959 in Rumänien geborene und in Berlin lebende Künstlerin, die bereits an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland teilnahm, arbeitet in mehrfacher Hinsicht mit den Mitteln der Collage: Sie überträgt Versatzstücke aus der Bilderwelt der Medien und Werbung, aus Modezeitschriften, Musikmagazinen und Reklametafeln als Zitate in ihre Malerei. Diese gefundenen Motive kombiniert Lörincz mit der materiellen Präsenz von Dekostoffen, Tapetenmustern und Werbefahnen. Gemalte Figuration und abstrakte ornamentale Struktur vereinen sich in einem Bild. Satte, oft leuchtende Farben, die zeichnerische Linie, klare, schnell lesbare Gegenständlichkeit, Aussparungen, die den Bildgrund sichtbar werden lassen gehen eine Verbindung ein mit den Flächen der Stoffmuster, wobei sich Vorder- und Hintergrund, Gemaltes und Bedrucktes kaum voneinander unterscheiden lassen.
Die verführerische Welt des Glamour und die Verheißungen des Konsums, die allgegenwärtigen Versprechungen von Schönheit und Sinnlichkeit, Erfolg und Ruhm werden im Werk der Künstlerin gebrochen durch die Wahl der Ausschnitte und beständige Fragmentierung. Lörincz sampelt die Bildmotive und versetzt sie in einen neuen Kontext. Mit Humor und Leichtigkeit distanziert sie die Inhalte der ursprünglichen Bildaussagen, indem sie diese überzeichnet und als Klischees entlarvt. Im Zusammenspiel mit den ornamentalen Mustern, die altmodisch bieder oder grell an das Design der 1960er und 1970er Jahre erinnern, schafft sie eine aktuelle Visualität des Camp.
Die Verwendung von Punktrastern und Stoffmustern im Werk von Ágnes Lörincz, die Anspielungen auf Konsumgüter und Berühmtheiten – von Claudia Schiffer bis zu Gianna Nannini –  kann als Reminiszenz an die Pop Art und Künstler wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder Sigmar Polke und Alex Katz gelesen werden. Lörincz verweist auf ihre Wertschätzung der Kunst von Henri Matisse und Picasso. Wesentlich ist ihr eine kraftvolle, pure Malerei, die mit minimalen Mitteln – wozu auch Leerstellen und Auslassungen zählen – größtmöglicher Schnelligkeit und Lockerheit stoffliche Beschaffenheit darzustellen vermag.
Die Gemälde und Zeichnungen von Lörincz fungieren als Bühne, auf denen die Requisiten und Insignien der Warenwelt neu arrangiert und verhandelt werden. Das Theater des „Modern Life“ wird re-inszeniert. Die Künstlerin erfasst ihre Figuren in Momenten der Bewegung. Allerdings bleibt der Zusammenhang, in dem sie agieren, in der Schwebe – denn es handelt sich um zeichenhafte Szenen und Posen. Lörincz, die künstlerisch ebenfalls im Genre des Films und der Fotografie arbeitet, überführt die Ästhetik des ‚gefrorenen’ Augenblicks eines Filmstils und der Fotografie in das Medium der Malerei.
www.agnes-loerincz.de

Claudia Funke, Februar 2013

al8
© Ágnes Lörincz, Not You, 2012, Öl, Acryl,
Fotodruck auf Leinwand, 180 x 140 cm



Medienpartnerschaft mit
Logo_AVIVA_Berlin