DORIS MARTEN
Borderlines

Galerie Funke
13. April – 25. Mai 2013

Eröffnung: Freitag, 12. April, ab 19 Uhr

Öffnungszeiten: Mi 12-17 Uhr, Do-Fr 12-18 Uhr, Sa 12-15 Uhr
und nach Vereinbarung


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© Doris Marten, Borderlines Nº A-1, 2012, Künstlertusche auf Alu-Dibond, 80 x 200 cm


Mit „Borderlines“ feiert eine neue Bildserie von Doris Marten Premiere in der Galerie Funke. Damit präsentiert die 1971 geborene, in Berlin lebende Künstlerin bereits ihre zweite Einzelausstellung in der Galerie.
Marten beschreitet in den mit Tusche auf Alu-Dibond, Acrylglas, Holz oder Papier gefertigten, oftmals großformatigen Arbeiten künstlerisches Grenzgebiet in mehrfacher Hinsicht. Die von zackig ausfransenden weißen Aussparungen gekennzeichneten „Borderlines“ und die mittels Tape erzeugten, an „Hard-Edge“ Geometrien erinnernden quadratischen „Layers“ loten die Grenzen zwischen Malerei und Zeichnung aus.
Trotz des Einsatzes konzeptueller und minimalistischer Methoden – der Vorgabe, bei allen Bildern sieben Farben zu verwenden, ausschließlich Linien in der Waagerechten zu ziehen – überschreitet der tatsächliche visuelle Eindruck die faktisch benennbaren Gegebenheiten: Statt konkreter Kunst bietet sich dem Auge ein beinahe abstrakt-expressionistisches All-Over, das mit dem Blick schwer zu fassen ist und wie ein Ausschnitt aus einem Kontinuum mit unkalkulierbarem Rhythmus der Wiederholung wirkt. Die Farben folgen Kompositions-entscheidungen nach Hell-Dunkel-Kontrasten und verdichten sich zu unterschiedlicher Intensität.
Marten wirft in ihren Werken ebenfalls die Frage auf, wo die Grenze von abstrakter Kunst aufhört und die der dinglichen, figürlichen Assoziationen beginnt. Die „Borderlines“ können als Landschaften oder Landkarten gelesen werden und Gedanken an willkürlich gesetzte territoriale und topografische Grenzen freisetzen. Die quadratischen „Layers“ hingegen durchbrechen scheinbar das Prinzip der horizontalen Streifung mit einer Tendenz zur Senkrechten. Sie rührt von dem Herstellungsprozess des Abklebens mit Tape her, das die scharfen Kanten der jeweils aneinander stoßenden Striche verursacht. Die Liniengebilde schwimmen oder schweben wie gerasterte Quadrate über- und untereinander in einem unbestimmbaren Raum wie virtuell verschiebbare, bewegliche „screens in space“. Damit schließt Marten in konsequenter Entwicklung an ihre 2011 in der Galerie Funke gezeigte Reihe der „Grids“ an, die ebenfalls eine ihnen innewohnende Variabilität und Vertauschbarkeit auszeichnete.
Die „Borderlines“ mit den unregelmäßigen, schmal mäandernden weißen Bändern fixieren eine Bewegung. Sie können als Verschriftlichung eines dynamischen Zeitablaufs gelesen werden und als Übersetzung von Musik in eine Partitur. Sie gleichen seismographischen Aufzeichnungen oder den sichtbaren Ausschlägen von Tonhöhen, Frequenzen und Abfolgen, dem Pegel eines Musikstücks auf „soundcloud“ oder im Tonstudio.
www.dorismarten.com

Claudia Funke, März 2013


Doris Marten, geboren 1971 in München, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und Universität der Künste Berlin, Meisterschülerin bei Rolf Gunther Dienst. Einzelausstellungen (Auswahl): 2011: grids’n’stacks, Galerie Funke, Berlin; 2010: Pink Paintings, Positionen zeitgenössischer Kunst, Vattenfall-Lounge, Berlin; Pink Paintings, Galerie der Wasserbetriebe, Berlin; 2008: Sequences, Zumikon, Nürnberg; 2007: Zoom, Galerie Peter Pfertner, Hamburg; 2006: Pathos im Fokus, Galerie Jonas Reuber, Berlin und sox36, Berlin.
Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes; DAAD-Stipendium, Rom; Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT, Berlin; Projektstipendium Käthe-Dorsch-und-Agnes-Straub-Stiftung.

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© Doris Marten, Layers, Nº AG-2, 2013,

Künstlertusche auf Acrylglas, 100 x 100 cm





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