HERE’S A LITTLE STORY THAT MUST BE TOLD...

 

Christine Lang & Ina Wudtke

 

 

Christine-Lang-DAS-FACHGESPRAECH-Video-2011

Christine Lang, DAS FACHGESPRÄCH, Videostill, 2011, © Christine Lang

 

 

Berlin, 16. Februar – 12. März 2011

 

Galerie Funke, Willibald-Alexis-Str. 13/14, D-10965 Berlin

 

Öffnungszeiten der Ausstellung:

16. Februar-12. März 2011 / Mi-Fr 13-18 Uhr, Sa 12-15 Uhr, und nach Vereinbarung

 

Eröffnung:

Samstag, 12. Februar 2011, 19 Uhr

Eröffnungskonzert mit QUIO (live) um 19:30 Uhr

Eintritt frei

 

Finissage:

Samstag, 12. März 2011, 19 Uhr

 

 

QUIO ist MC und Sängerin, lebt und arbeitet in Berlin. In ihrer Musik mischt sie die Einflüsse von Pop, Hip Hop, Clicks’n’Cuts und Club-Musik. In ihren Rap-Texten setzt sie sich mit der Konstruktion kultureller und sexueller Identität auseinander, mischt Einflüsse afro-amerikanischen HipHop-Boastings mit Pop-Lyrik und Dancefloor-Dada.

Mehr Infos: www.quiolikeoooh.com

HERE’S A LITTLE STORY THAT MUST BE TOLD...

Christine Lang & Ina Wudtke

 

Die Ausstellung HERE’S A LITTLE STORY THAT MUST BE TOLD... zeigt Kunst, die auf den Kontext von Black Sound (Hip Hop, Jazz, Drum’n’Bass u.ä.) referiert. HERE’S A LITTLE STORY THAT MUST BE TOLD... ist ein altbekanntes Pattern, welches dem Rap im Hip Hop entliehen wurde und verweist auf orale Erzählstrukturen der afroatlantischen Diaspora und auf die weiblich konnotierte Tradition der „Oral History“.

Die beiden Künstlerinnen Christine Lang und Ina Wudtke sind neben ihren Tätigkeiten als Filmemacherin und Künstlerin seit Anfang der 90er Jahre DJs und haben ein gemeinsames, (weibliches) DJ/MC Kollektiv mit (MC) QUIO, unter dem Namen: FEMMES WITH FATAL BREAKS, welches vor allem (aber nicht nur) Line-Ups mit weiblichen Breaks-, Dubstep- und Drum’n’Bass-DJs featured. Zur Eröffnung wird es ein Live-Konzert von QUIO geben.

 

Christine Lang zeigt in der Galerie Funke ihr neues Video Das Fachgespräch, in dem zwei DJs über ihren Beruf fachsimpeln. Die Fachfragen kreisen um die technischen und ästhetischen Bedingungen und Kriterien des Djings. Es geht zum Beispiel um den Unterschied zwischen dem Auflegen von Vinyl im Gegensatz zur Arbeit mit dem Computer. Inwiefern beeinflusst die Technik die Ästhetik? Die elektronischen Musikstile werden miteinander verglichen: Haben die auf dem Viervierteltakt basierenden, repetitiven Clubmusiken Techno und Elektro etwas mit dem Prinzip der filmischen Montage zu tun, während die melodiösen Bassmusiken wie Drum’n’Bass und Dubstep eher durch dramaturgische Charakteristika gekennzeichnet sind?

Weibliche Fachsimpelei, wenn sie nicht gerade die Thematik des allgemein Gesellschaftlichen und Sozialen berührt, ist medial kaum präsent. Einerseits bildet Das Fachgespräch eine Bühne für ein interessantes Expertinnengespräch zweier DJs mit über 15-jähriger Berufserfahrung - Acid Maria und Christine Lang -, auf der zweiten Ebene macht es die durch subversive Ausschließungsmechanismen bestimmten medialen Repräsentationsformen des Weiblichen offenbar und sichtbar.

Christine Lang präsentiert dazu ihre 2008 entstandene Arbeit Quio: Rising Tide, ein narratives Musikvideo, in dem die Geschlechterverhältnisse auf den Kopf gestellt werden.

Weitere Infos: www.christinelang.eu

 

Ina Wudtke stellt ihr aktuelles, in Berlin gedrehtes Video Parade in der Galerie Funke vor. Die Arbeit dokumentiert ihre Beteiligung als Künstlerin an einer Parade gegen die aggressive Gentrifizierung in den Berliner Stadtteilen Mitte und Prenzlauer Berg.

Während sie in dem Video in ihrer Rolle als DJ T-INA Darling eine Auswahl diverser Musikstücke über Wohnungsnöte und MieterInnenprobleme auflegt, verwandelt sie sich als Sängerin und MC in einen Immobilienbesitzer, der alte Häuser in Berlin aufkauft und die alteingesessenen Mieter vertreibt, um durch Luxussanierung und Neuvermietungen ein profitables Geschäft zu machen.

Das Musikstück The Law, das sie hier gemeinsam mit QUIO performt, ist eine poetische Reflexion über den Kampf zwischen Investoren und jungen KünstlerInnen (die hier durch QUIO repräsentiert werden). Das zentrale Thema der Performance ist die Vertreibung der Künstlerinnen und Kulturschaffenden aus den Innenstädten und Stadtzentren. Dies ist paradox, denn durch ihre Aktivitäten haben sie substantiell zu deren Aufwertung und damit dem steigenden Marktwert beigetragen.

Ina Wudtke nahm mit ihrer Berliner DJ/MC Crew FEMMES WITH FATAL BREAKS, zu der auch Christine Lang gehört, an der Parade als imaginäre Immobilienfirma Diabolo & Garnischts teil und gestaltete den Wagen als Dachterrassen-Showroom. Alle Gemeinsamkeiten mit real existierenden Firmen sind natürlich rein zufällig!

In der Galerie Funke zeigt Ina Wudtke dazu eine Serie von Zeichnungen: The Fine Art of Living, die sich mit der Vertreibung von Einkommens schwachen Haushalten aus den Innenstädten der Metropolen beschäftigt.

Weitere Infos: www.inawudtke.com